Spanien – die Arbeitslosenrate auf den Balearen fiel im August 2017 um 12,6 %

Unterwegs in Spanien

Im August 2017 registrierte das spanische Arbeitsamt (Servicios Públicos de Empleo Estatal, SEPE) auf den Balearen, dass die Arbeitslosenrate um 12,59 % gefallen ist.

Insgesamt sind auf den Balearen 40.351 Arbeitslose in den Statistiken erfasst, dass sind 5.813 Personen weniger als im Vorjahr. Darüber hinaus wurden innerhalb der letzten fünf Jahre 100.000 neue Unternehmen gegründet.

Dies ist selbstverständlich ein toller Erfolg für die spanische Wirtschaft, allerdings bieten die Balearen mit diesen Statistiken einen starken Kontrast zum Rest Spaniens.

Insgesamt 3.382.324 Personen arbeitslos in Spanien

 

Auffällig sind enorme Unterschiede zwischen der Entwicklung des Arbeitsmarktes auf den Balearen und auf dem Festland. Spanierinnen und Spanier, die auf dem Festland leben, haben diesen Sommer wenig zum lachen: Im August erhöhte sich die Arbeitslosenrate um 46.400 Personen. Vergleichsweise dazu waren es im Vorjahr 2016 insgesamt 315.172 Arbeitslose weniger, damit war die niedrigste Arbeitslosenquote innerhalb von acht Jahren erreicht.

Besonders Menschen, die im Bereich Dienstleistungen, Industrie oder Bau tätig sind, leiden stark unter diesen Umständen. Die Mehrheit der Arbeitslosen bilden Frauen mit 1.950.889 Personen. Insgesamt in Spanien gingen 179.485 Arbeitsplätze verloren durch Firmenschließungen.

 

Warum ist die Arbeitslosenstatistik so hoch?

 

Eines der Hauptprobleme am spanischen Arbeitsmarkt sind die lückenhaften Arbeitsverträge: Ein Großteil der Arbeitnehmer werden mit Kurzzeit-Angestelltenverträge (spanisch: Contratos Temporales De Corta Duración) beschäftigt, dies hilft dem Arbeitgeber Angestellte ohne großen Kostenaufwand nach belieben zu entlassen.

Der Großteil aller Unternehmen in Spanien sind kleine- bis mittelgroße Unternehmen. Unternehmen mit einem Volumen wie wir es z.B. von Siemens oder Mercedes kennen, gibt es De facto nicht oder kaum. Das heißt unter anderem, dass kleinere Unternehmen aufgrund der Wirtschaftskrise schneller bankrott gehen, wodurch Arbeitsplätze verloren gehen.

Im Ranking der 15 innovativsten EU-Länder nach dem Global Innovation Index 2016 erscheint Spanien noch nicht einmal. Auch der allgemeine Bildungsgrad in Spanien ist verglichen mit anderen EU-Ländern wie Holland oder Finnland relativ niedrig. Beispielsweise haben in Spanien 36% aller Personen zwischen 25-32 Jahren ihre schulische Ausbildung schon vor dem 16. Lebensjahr abgebrochen. 60% der Langzeitarbeitslosen haben keinen Hauptschulabschluss. Einer von vier Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren ist weder berufstätig, noch besucht er eine Bildungseinrichtung.

 

Bildquellen: Bild 1 von José Vieira da Silva
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Meritxell Vazquez Ortega

Meritxell Vazquez Ortega

Deutsch-spanisch Übersetzerin und freie Journalistin, ansässig in Torrevieja. Schreibt seit 2015 auch für deutsche Onlineredaktionen über spanische Wirtschaft und Leute.

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